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12.09.2017, 20:00 Uhr
Das Konzerthausorchester zu Gast beim Musikfest
Andere: Konzerthausorchester Berlin
Dirigent: Iván Fischer

mit Pause

Der Komponist selbst übernimmt das Vorspiel. Auf dem Rückweg von Berlin nach Wien machte Gustav Mahler am 9. November 1905 in Leipzig Station, um die Firma Welte und Söhne zu besuchen. Sie hatte ein besonderes Verfahren entwickelt, wie man das, was auf einem Klavier gespielt wurde, durch Lochung auf einer Papierrolle aufzeichnen und danach mithilfe eines ausgeklügelten mechanisch-pneumatischen Systems tempo- und lautstärkegetreu wiedergeben lassen konnte. Das Stück wurde bei Aufnahmesitzungen nur einmal gespielt, nichts nachträglich korrigiert. Charme und Impetus des Augenblicks blieben mit allen Konsequenzen gewahrt. Was gibt Mahlers Eigendeutung einer heutigen Interpretation vor? Iván Fischer gehört zu den Musikern, die in ihrer Arbeit besonders gründlich über die Polarität von ursprünglicher Intention des Komponisten und ihre Übersetzung in die heutige Gedankenwelt reflektieren. Bei Mahler wird diese Spannung nicht nur durch die Geschichte verstärkt, die seinem Œuvre widerfuhr, sondern auch durch die Konstellation von veredeltem Volkston und kompositorischem Raffinement in der Fünften Symphonie selbst. Dabei haben sich die Gewichte verschoben: Heute ist der Satz populär, der nichts aus der damaligen Volksliedtradition enthält: das Adagietto, die Liebeserklärung an seine spätere Frau Alma. Im großen Ganzen der Symphonie dient es als Vorspiel zum Finale, das mit seiner spezifischen Melange aus Feierlaune und Feierlichkeit die Schatten des eröffnenden Trauermarsches bannen will.

Gustav Mahler - 1. Satz (Trauermarsch) aus der Sinfonie Nr. 5 cis-Moll, eingespielt 1905 vom Komponisten auf Welte-Mignon-Rollen
Gustav Mahler - Sinfonie Nr. 5 cis-Moll