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17.06.2017, 19:30 Uhr
Deutsche Oper Berlin
Premiere
Boris Godunow
Fassung von 1869 („Ur-Boris“)
Oper in vier Teilen / sieben Bildern
Libretto von Modest P. Mussorgskij nach Alexander Puschkins Drama
sowie Nikolai Karamsins „Geschichte des russischen Reiches“
Uraufführung der Fassung von 1874 am 8. Februar 1874 in St. Petersburg
Uraufführung der Fassung von 1869 am 5. März 1929 in Moskau
Premiere am Royal Opera House Covent Garden, London, am 13. März 2016.
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 17. Juni 2017
Musikalische Leitung Kirill Karabits
Inszenierung Richard Jones
Szenische Einstudierung Elaine Kidd
Movement Director Silke Sense
Leitung Kinderchor Christian Lindhorst
Dramaturgie Sebastian Hanusa
Boris Godunow Ain Anger
Xenias Amme Ronnita Miller
Fürst Wassili Schuiskij Burkhard Ulrich
Andrej Schtschelkalow Dong-Hwan Lee
Grigorij Otrepjew Robert Watson
Schenkwirtin Annika Schlicht
Missaïl Jörg Schörner
Gottesnarr Matthew Newlin
Nikititsch Andrew Harris
Leibbojar Andrew Dickinson
Mitjuch Stephen Bronk
Grenzpolizist Samuel Dale Johnson

2 Stunden 15 Minuten / Keine Pause

Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts
Eine Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden, LondonPräsentiert von taz.die tageszeitung, kulturradio vom rbb sowie WALL AG

Politische Prozesse mit ihrer ganz eigenen Dynamik stehen im Zentrum von Modest Mussorgskijs einziger vollendeter Oper BORIS GODUNOW. Zwar schuf er mit der Partie des Zaren Boris eine der eindrücklichsten Opernfiguren überhaupt. Es ist das Portrait eines klugen Herrschers und gütigen Familienvaters, der es mit geschickter Heirat und guter Regierungsarbeit, aber auch der grausamen Bluttat eines Kindermordes auf den Zarenthron gebracht hat. Und zugleich wird das Scheitern dieses Herrschers gezeigt, der, von äußeren Feinden bedrängt, letztlich an seiner inneren Gewissensnot zerbricht.

Boris ist hierbei kein autonomes Individuum, das aktiv das politische Geschehen zu lenken und beeinflussen vermag und letztlich an seinen tragischen Verstrickungen heroisch scheitert. Vielmehr ist er den Zwängen politischer Prozesse unterworfen, die er nur wenig mehr aktiv zu beeinflussen vermag als sein Volk, das, als eine Art zweiter Protagonist des Stückes, von Mussorgskij in beeindruckenden Chorszenen auf die Bühne gebracht wird. Dieses Volk erscheint in seinem Leid unter der absolutistischen Macht von Zar und Adel ebenso wie als rasender Mob in der finalen Revolutionsszene der Oper als eine anonyme, ohne Bewusstsein für die eigene Rolle, Macht und Verantwortung handelnde Masse. Aus dieser löst der Komponist aber immer wieder einzelne Figuren. Mit manchmal nur wenigen Sätzen gelingt es ihm hierbei, ihnen ein individuelles Gesicht und Schicksal zu geben und damit auf Seiten der Herrscher wie der Herrschenden ein differenziertes und ambivalentes Bild von Macht und Ohnmacht individuellen Handelns zu zeichnen.

Es inszeniert der englische Regisseur Richard Jones. Er arbeitet regelmäßig am Royal Opera House Covent Garden, und hat unter anderem an der New York City Opera, der English National Opera, den Opernhäusern in Amsterdam und Frankfurt und bei den Bregenzer Festspielen gearbeitet. Sein Berliner Debüt gab er 2004 mit Alban Bergs WOZZECK an der Komischen Oper Berlin. Mit BORIS GODUNOW wird er erstmals an der Deutschen Oper Berlin inszenieren.